Straight ahead

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Fragen und Antworten

Um Ihnen einen detaillierten Einblick hinter die „Kulissen“ von „Straight ahead“ zu geben, habe ich nachfolgend einige Fragen zu verschiedenen Themengebieten rund um unsere Greyhound-Hündin beantwortet.

Die Fotos können durch Anklicken vergrößert werden.

Inhalt:


Haltung und Fütterung

In welcher Umgebung lebt unser Greyhound?

Aischa ist in unser Familienrudel integriert. Sie lebt zusammen mit meinen Eltern und mir unter einem Dach; allerdings sind bestimmte Räumlichkeiten für die Hündin tabu, was sie auch akzeptiert. Unser Grundstück ist hundegerecht eingezäunt, so dass sie auch ein paar schnelle Runden drehen oder sich die „Sonne auf ihren Pelz scheinen lassen“ kann.

Ein Ruheplatz im Garten – „Einfach mal abschalten und die Sonne genießen…“

Wie viel Zeit widmen wir unserer Hündin?
Kann Aischa auch alleine zu Hause bleiben?

Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, ist immer jemand bei dem Hund zu Hause oder Aischa wird einfach mitgenommen. Folglich ist die Hündin nahezu rund um die Uhr mit meinen Eltern und mir zusammen.

Lässt es sich jedoch nicht vermeiden, kann Aischa auch problemlos einige Stunden alleine bleiben. Dann bekommt sie etwas zum Spielen oder Kauen, damit ihr die Zeit nicht zu lange wird. Das funktioniert ganz prima und zwar unabhängig davon, ob die Hündin zu Hause ist oder sich im Auto befindet.

Wie lange ein Hund alleine gelassen werden kann, ohne dass er trauert oder etwas zerstört, ist unserer Erfahrung nach eine Sache der Erziehung.

Wie oft gehen wir mit unserem Greyhound spazieren, wie lange und wo?
Darf Aischa frei laufen oder ist sie angeleint?

Wir gehen mit unserer Hündin zwei Mal am Tag spazieren – je nach Witterung bis zu drei Stunden insgesamt. Genau wie beim Alleine-Bleiben auch gibt es kein „Patent-Rezept“ dafür, wie oft und wie lange ein Windhund „bewegt“ werden muss; dies hängt vielmehr von verschiedenen Faktoren ab (z. B. individuelle Lebensumstände des Halters (Beruf, Kinder etc.), Haltung eines oder mehrerer Hunde, Naturell des Hundes/der Hunde („Schlafmütze“ oder Energiebündel), Gewöhnung an einen bestimmten „Auslauf-Rhythmus“ (kurze oder lang andauernde Spaziergänge, ein oder mehrmals am Tag)).

Wenn mein Vater alleine mit Aischa loszieht, laufen die beiden meistens auf Feldwegen oder „querfeldein“. Darüberhinaus wird die Hündin bei allen sich bietenden Gelegenheiten mitgenommen; mit Hilfe dieser simplen „Methode“ wurde Aischa absolut „alltagstauglich“ gemacht.

Volker Neumüller u. Peter Guth mit ihren Greys, März 2005

Volker Neumüller und Peter Guth mit ihren Greys, März 2005

Sind Vater und ich gemeinsam mit unserer Hündin unterwegs, stellen wir uns in einem Abstand von ca. 100 bis ca. 300 m auf und lassen Aischa zwischen uns „hin- und herpendeln“. Der Grey schießt dann wie ein weißer Blitz von mir zu Vater und umgekehrt.

Alleine kann ich Aischa nur dann ausführen, wenn ich ein Zuggerät vor den Rollstuhl spanne, dessen Elektromotor mittels Akkus angetrieben wird. Erst damit ist es mir möglich, Steigungen und Gefällstrecken zu bewältigen, bis zu 15 km/h schnell zu fahren und meinen „Aktionsradius“ auf knapp 20 km auszudehnen. Aischa läuft begeistert neben dem „Bike“, sie kann gar nicht genug davon bekommen. Das Tempo bestimmt die Hündin. Wir beide sind einfach ein „gutes Gespann“.

Im Regelfall ist Aischa angeleint (je nachdem, wo man spazieren geht, mit einer kurzen Lederleine oder einer 8-Meter Rollleine). Beim Spiel mit anderen Hunden und „Hin- und Herrennen“ zwischen Vater und mir läuft sie natürlich frei; ebenso kann sie auf eingezäunten oder „wildfreien“ Flächen abgeleint werden.

Welches Futter bekommt unsere Hündin? Wie oft wird täglich gefüttert?

Aischa bekommt z. Z. zwei Hauptmahlzeiten täglich (nach dem Gassi gehen). Der Hauptbestandteil (etwa 2/3 davon) ist Trockenfutter, der Rest besteht aus Reis, Nudeln, Gemüse, Wurst, Fleisch, Fisch, etwas Distelöl etc. Als kleine Zwischenmahlzeiten gibt es Kauknochen, Ochsenziemer, Pansen, Lunge, harte Kekse oder auch mal etwas Quark und Schichtkäse.

Die „Futter-Frage“ ist eine DER „Gretchen-Fragen“ in Sachen Hund überhaupt. Jeder Hundehalter hat da so seine eigenen Erfahrungen gemacht und „schwört“ auf eine bestimmte „Rezeptur“. Wie schon zuvor mehrmals erwähnt, gibt es unserer Meinung nach auch dbzgl. keinen „Königsweg“

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Erziehung und Ausstellungen

War die Erziehung erfolgreich?

Wir besuchten mit Aischa eine Hundeschule. Dort war sie in der Welpenspielgruppe und in der Junghundegruppe bei den „Halbstarken“ integriert. Zum einen lernte sie dort, mit anderen Hunden verschiedenster Rassen, Größen und Altersstufen auszukommen (was bis heute der Fall ist), zum anderen hat sie nahezu jede Reserviertheit gegenüber Menschen verloren, so dass sie schwanzwedelnd und voller Erwartung auf Zweibeiner zugeht...

Aischa hat einen guten Grundgehorsam, aber keinen Kadavergehorsam. Einziger Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass sie sich unter starker Ablenkung (z. B. Wild oder Katzen) nicht mehr auf „HIER!“ abrufen lässt.

Trotzdem ist es selbst mir als Rollifahrer bislang meistens gelungen, komplikationslos alleine mit der Hündin loszuziehen

Hundeschule

Hundeschule – „Alle Vierbeiner zu mir!“, März 2003

Lob und Tadel

Den „blutigen Anfängern“ bei der Hundeerziehung muss klar sein, dass Hunde nach dem „Erfahrungsprinzip“ lernen und alle negativen wie positiven Erfahrungen grundsätzlich auf das letzte Ereignis bzw. den letzten Sinneseindruck beziehen. Entsprechend dazu müssen Strafe oder Belohnung unmittelbar nach dem unerwünschten oder erwünschten Verhalten des Vierbeiners erfolgen.

Meine Eltern und ich tadeln unsere Hündin – je nach Art und Schwere des „Vergehens“ – entweder durch ein lautes „NEIN!“ oder mit einem „strafenden Blick“ oder durch völliges IGNORIEREN; dagegen loben wir mit den Worten „Toll gemacht“, mit Streicheleinheiten, Spielen und natürlich mit Leckerlis. Die „Zauberworte“ lauten „positive Verstärkung“ und „Motivation“ sowie Ruhe und Konsequenz.

„Steh!“, Juli 2004

Ausstellungen

Wir stellen Aischa regelmäßig auf nationalen und internationalen Zuchtschauen aus.

Die Vorbereitung besteht in „üben, üben und nochmals üben!“, bis Hund und Handler das Kommando „Steh!“ verinnerlicht haben. Selbstverständlich müssen auch das „Zähne zeigen“ und Laufen im Ring geübt werden, denn „es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“.

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„Wesen“

Was für einen Charakter hat unsere Greyhound-Hündin?

„Zwei Seelen schlagen, ach!, in meiner Brust.“ Dieses Zitat aus Faust I von J. W. v. Goethe trifft in gewisser Weise auch auf Aischa zu. Denn einerseits ist die Hündin unheimlich anschmiegsam und verschmust, sucht regelrecht die menschliche Nähe, ist sensibel und wirkt geradezu zerbrechlich und zart. Andererseits ist Aischa aber – wenn sie die Möglichkeit dazu hat – absolut selbständig, unglaublich temperamentvoll und energisch, hart und kompromisslos. Beim Rennen und Spielen ist sie nicht mehr zu stoppen, „explodiert“ förmlich und kann sich bis zur völligen Erschöpfung verausgaben. Wenn dann noch Wild oder Katzen auf der Bildfläche erscheinen, ist vollends „Schluss mit lustig“ – die Hündin ist in solchen „Extremsituationen“ kaum noch zu halten. Wehe, wenn sie dann nicht angeleint ist... 

Welche guten Eigenschaften zeichnen Aischa aus?

Aischa ist extrem menschenbezogen, äußerst verschmust und sehr anschmiegsam. Hauptsache ist, einer „ihrer Zweibeiner“ – im Idealfall natürlich die ganze Familie – ist bei ihr. Die Hündin möchte einfach immer nur „dabei sein“, egal ob im Haus, in der Garage, im Garten oder im Auto. Aischa ist eine abgeklärte, nervenstarke und schussfeste Hündin – enge Aufzüge, überfüllte und laute Kaufhäuser, der Trubel auf Hundeausstellungen oder auch ein Tierarztbesuch können sie nicht aus der Ruhe bringen. Überhaupt bellt sie sehr wenig und ist ein wirklich unkomplizierter und leicht zu haltender Hund, wenn ihr Laufbedürfnis befriedigt und gerade kein Wild in Sichtweite ist. Falls das Gassi gehen mal nicht ausreicht, wird die Hündin immer unruhiger und „zappeliger“, bis ihr Temperament schließlich mit ihr durchgeht und Aischa ein paar schnelle Runden auf dem Grundstück dreht. Wenn danach „die Luft raus ist“, geht es ihr wieder besser;-)

Kurzum: Aischa ist eine echte Hundepersönlichkeit mit Charme und Charakter.

Welche Unarten hat die Hündin?

Unsere Hündin klaut wie ein Rabe. Von daher mussten wir die Wohnung „windhundegerecht“ einrichten, d. h. beispielsweise alles Essbare und sämtliche Schuhe außer Reichweite des Hundes stellen. Dass Aischa ganz massiv auf Wild und Katzen reagiert, habe ich schon mehrfach erwähnt – dies ist allerdings keine Unart im üblichen Sinne, sondern der für einen Grey „normale“ Jagd-, Hetz- und Beutetrieb.

Ist Aischa ein guter Wächter?

„Ein guter Wächter?“ – was ist das??? Alle zwei- und vierbeinigen Besucher werden überschwänglich begrüßt.

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Pflege und Tierarzt

Wie sieht die Pflege unserer Greyhound-Hündin aus?

Der Pflegeaufwand des Greyhounds mit seinem kurzen Fell ohne Unterwolle, das nahezu geruchlos ist, ist im Vergleich zu langhaarigen Hunden minimal; er beschränkt sich auf eine regelmäßige Kontrolle der Augen, Zähne, Ohren und Pfoten. Gegen die Bildung von Zahnstein bekommt Aischa verschiedene Kauartikel, die Pfotenballen reiben wir – besonders im Herbst und Winter – mit Melkfett ein, hauptsächlich im Fellwechsel wird die Hündin mit einem „Gumminoppen-Handschuh“ abgerieben. Je nach „Verschmutzungsgrad“ ist eine „Komplettwäsche“ in der Dusche angesagt.

Weshalb und wie oft musste Aischa zum Tierarzt?

Bisher beschränkten sich Tierarztbesuche auf die obligatorischen Impf-Termine und die Behandlung von Bissverletzungen, die Aischa von fremden, frei laufenden Hunden zugefügt wurden. Desweiteren zog sich unsere Hündin beim Rennen und Toben immer wieder Schürf- und Schnittverletzungen zu, die aber meistens ohne tierärztliche Hilfe behandelt werden konnten.

Kleinere „Blessuren“ lassen sich bei einem Greyhound, der das zweitschnellste Säugetier überhaupt ist, kaum vermeiden und können inzwischen von uns selbst versorgt werden.

Beißunfall

…nach einem „Beissunfall“…


Gegen welche Krankheiten ist unsere Hündin geimpft?

Aischa wurde gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Zwingerhusten geimpft; die Impfung erfolgte mit einem Kombinationsimpfstoff. Impfreaktionen traten nicht auf. Eine Impfung gegen Borreliose wurde bislang nicht vorgenommen. Statt dessen bekommt unsere Hündin während der „Zeckenzeit“ ein Mal monatlich „Frontline“ oder „Exspot“ verabreicht; dabei handelt es sich um Applikatoren, deren Inhalt auf der Haut zwischen den Schulterblättern verteilt wird - dies hat sich bislang bewährt.

Wie oft und mit welchen Präparaten wird Aischa entwurmt?

Laut Empfehlung unserer Tierärztin ist eine Wurmkur vier oder zumindest drei Mal im Jahr sinnvoll. Bisher wurden als Entwurmungsmittel „Milbemax“ und „Caniquantel“ (beides in Tablettenform) im Wechsel verwendet, was zu keinerlei Komplikationen geführt hat.

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Zwei Greyhounds – ein Haushalt

Gibt es bei der Haltung von zwei Greyhounds Probleme?

Aischa wurde über drei Jahre lang als Einzelhund gehalten, bis sich meine Eltern und ich entschlossen, einen zweiten Grey zu kaufen. Wir hatten uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, weil wir die Hunde räumlich nicht trennen können; auch stand von vornherein fest, dass ein zweiter Hund auch eine Hündin sein muss. In der einschlägigen „Hunde-Literatur“ wird vielfach von der Haltung zweier oder mehrerer Hündinnen abgeraten – zu groß sei die Wahrscheinlichkeit, dass es unter gleichgeschlechtlichen Hunden zu Beißereien kommt.

Um möglichst auszuschließen, dass Aischa eine weitere Hündin nicht akzeptiert, durfte sie sich ihre Spielkameradin selbst aussuchen; sie konnte zwischen Momo und einer ihrer Schwestern wählen. Aischa entschied sich sogleich für Momo, und nun haben wir schon seit fast einem Jahr zwei Greys. Bisher hat es keine ernsthaften „Streitereien“ unter den Hunden gegeben. Aischa läßt Momo sehr viele „Freiheiten“, macht aber immer wieder ganz deutlich, dass sie nach wie vor die "Nummer Eins" ist. Diese Rangfolge wird auch von meinen Eltern und mir beim Zusammenleben mit unseren Vierbeinern eingehalten und es funktioniert.

Übrigens, die meisten Greyhound-Halter haben zwei oder mehrere Hunde.

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Der Greyhound – ein Hund für jedermann?

Ist der Greyhound ein Hund für jedermann?

Unserer Meinung nach gibt es keine Hunde für jedermann! Die Anschaffung eines Lebewesens ist immer mit sehr viel Verantwortung verbunden und sollte immer gründlichst überlegt werden.

Insbesondere sollte man sich VOR dem Kauf eines Greyhounds über die Rasse an sich und über Windhunde im Allgemeinen eingehend informieren. Man wird (hoffentlich auch an Hand dieser Website) sehr schnell feststellen, dass Windhunde in vieler Hinsicht „etwas andere Hunde“ sind, die „etwas andere Zweibeiner“ brauchen...

Wenn man „diese Besonderheiten“ akzeptieren und in sein Leben integrieren kann, ist ein Greyhound der geeignete Hund.

Würden sich meine Eltern und ich noch einmal für einen Greyhound entscheiden?

Die Antwort fällt nicht schwer: „Aber sicher – eindeutig JA!"

...noch eine abschließende Bemerkung

Gott sei Dank ist der Greyhound (noch) nicht zu einem „Modehund“ mit all den sich daraus ergebenden negativen Begleiterscheinungen gemacht worden.

Wir von „Straight ahead“ hoffen inständig, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird und dass diese faszinierenden Windhunde von einer – im Vergleich zu anderen Hunderassen – kleinen Zahl passionierter und engagierter Enthusiasten gehalten (und verantwortungsvoll gezüchtet) werden.

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by Peter Guth