in memoriam

Diese Seite ist den fünf Hunden gewidmet, die meine Eltern und mich über 35 Jahre lang begleitet haben – Sascha, Phoebe, Amy, Buddy und Aischa.

Die Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern.

sonne

Blick aus meinem Fenster...

 

Abschied

Das Gute
fliegt jetzt davon
dorthin
wo alles
nicht immer
in die Vergangenheit fällt
sondern täglich
auf-
und untergeht
wie die Sonne

 

Erich Fried

SASCHA

Sascha (1977 – 1990)

Sascha, ein graumelierter Kleinpudel, war mein erster Hund. Meine Eltern übernahmen ihn im Alter von fast vier Jahren von Bekannten, die den Rüden wegen eines Umzugs in eine „hundefreie“ Mietwohnung abgeben mussten. Anstatt ins Tierheim kam das Hundchen zu uns – in eine Familie, die noch keinerlei Erfahrung in „Hundedingen“ hatte und dem „lieben Hundilein“ viel zu viele „Freiheiten“ ließ, was dieser natürlich „schamlos“ ausnutzte…

Der Pudel hatte keinerlei Erziehung genossen, zog an der Leine, bis er sich strangulierte, und legte sich mit jedem anderen Rüden an, auch wenn dieser „kräftemäßig“ haushoch überlegen war. Sascha war ein „Draufgänger“, er liebte es, stundenlang Bällchen zu apportieren, und war auch sonst in keinster Weise „klein zu kriegen“; der Rüde büchste regelmäßig aus und war dann stundenlang „unterwegs auf Entdeckungstour“…

Der kleine Kerl war ein in jeder Hinsicht sehr robuster Hund, äußerst gelehrig und erreichte ein biblisches Alter von dreizehn Jahren, bis er anfangs 1990 eingeschläfert werden musste.

PHOEBE

In seinem letzten Lebensjahr gesellte sich zu Sascha eine fast acht Monate alte deutsche Dogge hinzu, die ich Phoebe taufte.

Die Hündin kaufte ich – noch als „Fußgänger“ (nichtbehinderte Menschen werden von Rollstuhlfahrern oft „Läufer“ oder „Fußgänger“ genannt;-) - einem „Hundehändler“ ab, der unzählige Hunde verschiedenster Rassen und Altersstufen in einer katastrophalen Unterkunft untergebracht hatte; dementsprechend sahen die Hunde auch aus und waren in einem erbärmlichen Gesundheitszustand. Obwohl man die kriminellen Machenschaften solcher „Tierfreunde“ durch den Hundekauf nicht unterstützen sollte (Tierschutz und Polizei hatte ich eingeschaltet…), nahm ich die völlig verwahrloste Hündin mit nach Hause.

Phoebe war total verwurmt, hatte schrecklichen Durchfall und die kupierten Ohren waren entzündet und vereitert. Diese „äußerlichen Schäden“ bekamen meine Eltern und ich mit viel Geld, Geduld und Liebe in den Griff, aber die „seelischen Wunden“ der Hündin waren nur ansatzweise heilbar. Phoebe blieb ihr leider viel zu kurzes Leben lang ein extrem ängstlicher Hund, der nur zu ganz wenigen Personen Vertrauen fasste...

Phoebe in Aktion...

Die Hündin war erst ein paar Wochen bei uns, als ich folgenschwer verunfallte; seit September 1989 bin ich querschnittgelähmt. Als ich nach monatelangem Klinikaufenthalt als Rollstuhlfahrer nach Hause kam, war das kleine Hundchen zu einer stattlichen Dogge herangewachsen, die etwa die gleiche Gewichtsklasse wie ich hatte und mich im Rollstuhl fast überragte… Nach einigen „Anfangsschwierigkeiten“ mauserte sich Phoebe zu einem nahezu perfekten „Rolli-Hund“ (neu-deutsch: Behinderten-Begleit- oder Assistenz-Hund), mit dem ich ohne technische Hilfen „Gassi-Rollen“ konnte.

Leider erkrankte die Hündin an flächendeckendem Krebs im Bauchraum und musste im Alter von nicht einmal sechs Jahren „über die Regenbogenbrücke gehen“.

 

AMY

Nach dem „schlimmen Ende“ von Phoebe dauerte es über ein Jahr lang, bis ein neuer Hund in unser Leben trat. Nachdem ich mich eingehend mit dem Thema „Kampfhunde“ (ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie ich dieses „Un-Wort“ hasse!) beschäftigt hatte, kaufte ich 1995 eine American-Staffordshire-Terrier-Hündin im Alter von zehn Wochen. Das kleine dunkelgestromte Energiebündel wurde Amy getauft und wuchs zu einem 34 kg AmStaff heran. Die Hündin war körperlich und geistig in jeder Hinsicht topfit. Im Gegensatz zu der deutschen Dogge konnte ich Amy nur mit Hilfe eines elektrischen Rollstuhl-Zuggerätes ausführen - zu groß waren ihr überschäumendes Temperament und ihre unbändige Kraft (dieses „Rolli-Bike“ benutze ich noch heute für das Gassi-Rollen mit meinen Greyhounds).

Amy (1995 – 2002)

 

Waltraud Guth mit ihrem
"Amychen"

 

Verschnaufpause...

 

"Kampfschmuser"

Im Jahr 2001 legte mein Vater mit der bereits 6-jährigen Hündin ohne Schwierigkeiten gleich zwei mal die Begleithundeprüfung ab, um seine „Sachkunde zur Führung eines (angeblich) gefährlichen Hundes“ nachzuweisen. Zu dieser Zeit war in Deutschland und dem benachbarten Ausland eine regelrechte „Kampfhunde-Hysterie“ ausgebrochen, die dazu führte, dass willkürlich aufgelistete Hunderassen (von Bundesland zu Bundesland verschieden!) und deren Mischlinge a priori als „gefährlich“ eingestuft wurden und die Haltung solcher Hunde entsprechend negativ sanktioniert wurde! Kaum hatten wir alle behördlich geforderten Auflagen zur Haltung unseres Staffords erfüllt, erkrankte Amy an Lymphdrüsenkrebs und wurde 2002 innerhalb von nur zwei Monaten von dieser entsetzlichen Krankheit dahingerafft.

Es war sehr schlimm und niederschmetternd für meine Eltern und mich, den körperlichen und geistigen Zerfall von Amy und Phoebe mitanzusehen und erkennen zu müssen, dass keine Therapie mehr anschlägt…

BUDDY

Buddy, 2003

Bevor ich mit Aischa unseren ersten Greyhound im Jahr 2003 kaufte (siehe Wir über uns - wie alles begann...), hatten meine Eltern und ich einen ca. 15 Monate alten, tricolor-farbenen Bullterrier-Rüden aus dem Tierheim für ein paar Monate in Pflege. Der krummbeinige Bulli war hochgradig an Borreliose erkrankt

Anmerkung: "Zeckenborreliose / Lyme-Borreliose ist eine vor allem chronisch verlaufende, schwierig zu diagnostizierende, bakterielle Infektionskrankheit beim Hund. Die Erreger der Borreliose sind Borrelien (Spirochätenart). Dabei handelt es sich um winzige, korkenzieherartige Bakterien."
Dr. Monika Schubert-Hoss

und hatte an einem Hinterlauf ein massiv entzündetes Sprunggelenk. Wir mussten mit dem Rüden über 40-mal zum Tierarzt, bis die Medikation „stabil eingestellt“ war und der Bullterrier in ein endgültiges Zuhause vermittelt werden konnte.

Auch dieser Hund, der nur für eine kurze Zeitspanne bei uns war, soll an dieser Stelle erwähnt werden. Wir hoffen sehr, dass es Buddy in jeder Hinsicht ausgezeichnet geht...

AISCHA

Aponi & Aischa
November 2009

Am Freitag, den 13. Januar 2012, ist unser erster Windhund von uns gegangen. Aischa (Angel of Mine a Legend in Time) - Stammbaum, Ausstellungserfolge - war seit 17.02.2003 fester Bestandteil unserer Familie. Sie war Jahre lang die "Greyhound-Chefin" und behauptete diese Position mit Souveränität, Würde und Gelassenheit.

Plötzlich und unerwartet baute die Hündin innerhalb eines Monats rapide ab und verlor zuletzt den aussichtslosen Kampf gegen den Krebs.

Unsere Grande Dame fehlt...

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke (1875-1826)

Oktober 2008

       

Januar 2009

   

November 2011

Zu dieser Thematik verweise ich noch auf die Texte Drei Tage und Die Regenbogenbrücke.

Peter Guth
Kleinsteinhausen, Januar 2012

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